Den deutschen Weinbau ökologisch mitgestalten

Nachhaltigkeit in der Weinwirtschaft ist das Thema, das der 64. Internationale DWV-Kongress ab heute drei Tage lang digital in den Fokus rückt. Der Bundesverband Ökologischer Weinbau unterstreicht mit seiner Präsenz in zwei Kongress-Veranstaltungen sein Selbstverständnis innerhalb der Branche. „ECOVIN versteht sich seit seiner Gründung 1985 als Teil des deutschen Weinbaus, der innerhalb des Systems Impulse zur Veränderung geben will. Ganz klar, dass wir beim Stichwort Nachhaltigkeit mitreden, damit die Idee nicht verwässert“, sagte ECOVIN Bundesvorsitzender Andreas Hattemer anlässlich des Kongressstarts.

Wie gestalten wir den Bioweinbau in Deutschland zukunftsfähig? Darum geht es in beiden Sitzungen, in denen ECOVIN mitwirkt. Am Montagabend (11.04.2022, 18 Uhr) moderiert ECOVIN Geschäftsführerin Petra Neuber im Rahmen des BDL-Jungwinzer*innen-Kongresses ein Panel mit Wissenschaftlern, Bioweinexperten und Nachwuchswinzern. Dabei geht es insbesondere um Vermarktungschancen von Biowein.

Am Mittwochnachmittag (13.04.2022, 14 Uhr) lädt der Deutsche Weinbauverband Vertreter*innen der EU, der Bundesregierung und europäischer Verbände zur weinbaupolitischen Tagung. Andreas Hattemer wird hier zur Entwicklung des Bioweinbaus in Deutschland referieren, zu aktuellen Herausforderungen in Anbau und Vermarktung. Im Mittelpunkt der Diskussion wird die Frage stehen, wie sich die ambitionierten Ziele von 25 Prozent (EU) bzw. 30 Prozent (Deutschland) Ökoweinbau bis 2030 erreichen lassen.

„Die Politik muss hier umgehend die Weichen auf grün stellen. Gerade beim Pflanzenschutz im Ökoweinbau brauchen wir jetzt neue Lösungen, nicht erst in zehn Jahren, wenn sich Ernteeinbußen wie 2021 nicht wiederholen sollen. Ein Wachstum beim Biowein kann es nur mit entsprechender Förderung, Forschung und Aufklärung geben. Als Verband werden wir das Wachstum kraftvoll unterstützen“, sagte der ECOVIN Bundesvorsitzende.

ECOVIN begrüßt, dass die gesamte Weinbranche sich zunehmend Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit und Ökologie zuwendet. „Jeder Schritt in Richtung Umwelt- und Naturschutz ist ein guter Schritt. Allerdings sehen wir einige Nachhaltigkeitskonzepte in der Branche kritisch. Für uns muss ein ’nachhaltig wirtschaftender Betrieb‘ in puncto Ökologie mindestens den EU-Öko-Standard erfüllen“, so Hattemer.