ECOVIN.Jungwinzertagung 2018 – Divers.Dynamisch.Digital.

Oppenheim, 06.03.2018. 80 begeisterte Jungwinzerinnen und Jungwinzer auf der 4. ECOVIN.Jungwinzertagung. Premiere in der Pfalz im Jugendhaus St. Christophorus in Bad Dürkheim ein voller Erfolg.

Insgesamt 80 junge WinzerInnen kamen zur 4. Jungwinzertagung vom 02.03. – 04.03.2018 in der Pfalz zusammen. Die Tagung stand unter dem Motto Divers.Dynamisch.Digital. Die Teilnehmenden stellten sich diesen, auf den ersten Blick konträren und gleichzeitig so aktuellen Themen, mit großem Interesse und Einsatz. Inspiration und Input dazu kam von hochkarätigen ReferentInnen aus Praxis und Forschung, neuen Diskussionsformaten und natürlich ganz zentral von vielfältigen und zahlreichen Weinen. Daneben gab es viel Raum und Zeit zum gegenseitigen Austausch und Netzwerken unter den Teilnehmenden und Referierenden.

Die ECOVIN.Jungwinzertagung ist für und von JungwinzerInnen entwickelt. Die ehrenamtlich arbeitende Vorbereitungsgruppe wählte in diesem Jahr das Motto Divers.Dynamisch.Digital.

Am Freitag näherten sich die TeilnehmerInnen der Frage: Was ist Qualität und gibt es qualitative Unterschiede zwischen biologischen/biologisch-dynamischen und konventionellen Weinen? Dr. Jürgen Fritz (Universität Kassel Witzenhausen bzw.  der Universität Bonn) bot in seinem Vortrag eine Möglichkeit, sich diesem Thema auf eine unkonventionelle Art und Weise zu nähern. Mit bildschaffenden Methoden bekommt Qualität ganz unabhängig von Sensorik oder Analytik eine neue, spannende Dimension.

Der Samstag war dem biodynamischen Weinbau gewidmet. Andreas Schumann vom Weingut Odinstal berichtete auf humorvolle und pragmatische Art von seiner Herangehensweise und seinen langjährigen Erfahrungen aus der Praxis, sowohl im Weinanbau als auch in der Oenologie. Wissenschaftlich fundierte Forschungsergebnisse bereiteten Nina Weis (Demeter) und Mathias Scheidweiler (Hochschule Geisenheim) in einem gemeinsamen Workshop auf. Im praktischen Workshop mit Dr. Jürgen Fritz wurden biologisch-dynamische Präparate gerührt. Sven Leiner vom Weingut Jürgen Leiner leitete einen Workshop zur Kompostbereitung in der Weinbau-Praxis.

Einen perfekten Abschluss für den Tag bildete die Weinprobe am Abend mit special guest Dirk Würtz (Weingut Balthasar Ress). Der bekannte Weinblogger und selbsternannte „Bioweinbau-Taliban“ moderierte die Probe mit dem Titel: Ist Bio schmeckbar? Die These, dass Biowein gegenüber konventionellem Wein eindeutig unterscheidbar ist, testeten die jungen WinzerInnen durch eine hochkarätige Blindverkostung. Dabei wurden die Weine in vergleichbaren Flights sortiert nach Jahrgang und Anbaugebieten verkostet, jeweils ein konventioneller gegenüber einem biologischen bzw. biologisch-dynamischen Wein.

Am Sonntag begaben sich die TeilnehmerInnen auf einen noch recht neuen Weg, der aber alle sehr beschäftigt – die Digitalisierung im Weinbau. Wie weit sind wir mit der Digitalisierung im Weinbau? Was ist speziell für Weinbaubetriebe sinnvoll in der Anwendung und welche Folgen hat die zunehmende Digitalisierung im Weinbau für Mensch und Natur? Diese Fragen wurden durch die Themenbeiträge von Christian Scholtes (Weingut Scholtes), Mathias Scheidweiler, Dr. Matthias Petgen (Weincampus Neustadt) und Fabian Hille (AgDrones) bearbeitet und in einer anschließenden Diskussion weiterverfolgt. Dabei zeigte sich, dass die Digitalisierung im Weinbau noch nicht optimal greift. Zwar gibt es vielversprechende Ansätze, diese kommen jedoch weitestgehend aus dem Bereich Automatisierung. Eine sinnvolle Sammlung, Zusammenführung sowie zielführende Analyse der gewonnen Daten und die darauffolgende Nutzung steckt im Weinbau noch in den Kinderschuhen. In der Diskussion zeigte sich schnell, wie wichtig es ist das Gesamtsystem nicht aus den Augen zu verlieren und in der Digitalisierung nicht den einzig möglichen Lösungsansatz für Problemstellungen zu sehen. Ein vielversprechender Weinbau 3.0 Ansatz, bei dem die gewünschten Vorteile für Mensch und Natur auf der Hand liegen, ist der Einsatz von Drohnen im Pflanzenschutz. Freimut Stephan (DLR Mosel) zeigte wie eine Drohne für den Pflanzenschutz genutzt werden kann und er hatte, zur großen Freude der Teilnehmenden, auch eine Drohne im Gepäck die vorgeführt werden konnte. Es wurde deutlich, dass diese vielversprechende Technik schon so weit ist, dass die Praxis bald profitieren wird. Einziges Manko: derzeit fehlen die erforderliche Zulassungen der Drohne als Applikationsgerät für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln aus der Luft.

Das Fazit der 4. ECOVIN.Jungwinzertagung ist durch und durch positiv: Es war ein inspirierendes Wochenende, mit inhaltlich hochwertigen Beiträgen, intensivem Austausch und natürlich hochkarätigem Weingenuss! Die ECOVIN.Jungwinzertagung hat sich für die jungen Winzer und Winzerinnen als gefragte Institution etabliert. Eine Fortsetzung 2019 steht außer Frage.

Die Vorbereitungsgruppe der ECOVIN.Jungwinzertagung wurde unterstützt durch die Demeter Beratung und die Sponsoren:

 

 Bildergebnis für scharfenberger maschinenbau Bildergebnis für Ero Binger Seilzug

 

Die ECOVIN.Jungwinzertagung ist Teil des Öko Junglandwirte Netzwerks.

Die Veranstaltung wurde gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft, BÖLN.

 

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